Die unerwarteten Vorteile des Krafttrainings (Jenseits der Muskeln)

Man performing Bulgarian split squats using the PowerBlock Elite USA 90EXP Adjustable Dumbbell and Power Bench 2.0

Die Vorteile von Krafttraining gehen weit über Muskelaufbau, Kraftzuwachs und ein besseres Aussehen hinaus. Krafttraining beeinflusst uns bis auf hormonelle, zelluläre und emotionale Ebene. Diese Vorteile zu verstehen, hilft Ihnen nicht nur, Ihre Fitnessziele zu erreichen, sondern auch, die Vorgänge in Ihrem Körper besser zu verstehen.

Eine Frau macht im Heim-Fitnessstudio Russian Twists mit einer leichten Kettlebell.

Der Einfluss von Krafttraining auf die Gehirn- und mentale Gesundheit

Als Menschen sind wir von Natur aus aktive Wesen. Im Laufe der Geschichte sehen wir die verschiedenen Facetten davon, von Jägern und Sammlern über die ersten Olympischen Spiele bis hin zu den Kämpfen im Kolosseum. In jüngerer Zeit haben Studien zum menschlichen Körper zudem signifikante kognitive Vorteile nachgewiesen.

Fördert die Gehirnfunktion

Krafttraining steigert die Durchblutung des gesamten Körpers, einschließlich des Gehirns. Diese Steigerung unterstützt die kognitive Funktion und das Gedächtnis durch den vom Gehirn stammenden neurotrophen Faktor (BDNF). BDNF fördert das Zellwachstum und beugt kognitivem Abbau vor. Neuere Studien zeigen, dass Krafttraining neurologische Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz verzögern oder sogar verhindern kann.

Reduziert Stress und Angstzustände

Beim Krafttraining werden zahlreiche Hormone freigesetzt. Dies wiederum unterstützt unseren Körper bei der Regulierung seiner Grundfunktionen. Diese Regulierung kann dazu beitragen, Stress, Glückshormone und den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

Cortisol

Cortisol ist unser Stresshormon. Beim Krafttraining steigt unser Cortisolspiegel natürlicherweise an, da unser Körper körperlicher Belastung ausgesetzt ist. Mit der Zeit lernt unser Körper, Stress besser zu bewältigen, was zu einem niedrigeren Cortisol-Basiswert und einer schnelleren Regeneration führt.

Endorphine, Dopamin und Serotonin

Endorphine, Dopamin und Serotonin sind die körpereigenen Glückshormone. Sie tragen zur Stimmungsregulierung bei und helfen, Angstzustände und Depressionen zu lindern. Diese drei Hormone wirken außerdem den negativen Auswirkungen von Cortisol entgegen. Bei sportlicher Betätigung oder allgemeiner körperlicher Aktivität werden vermehrt diese Hormone freigesetzt und können sich sehr positiv auf unser tägliches Wohlbefinden auswirken.

Insulin- und Blutzuckerregulation

Insulin ist das körpereigene Mittel, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Man kann sich Insulin wie einen Bus und Zucker wie die Fahrgäste vorstellen. Sobald Insulin freigesetzt wird, bindet sich Zucker daran und wird dorthin transportiert, wo er benötigt wird. Beim Krafttraining dient Zucker als Energiequelle. Befindet sich zu viel Zucker im Blut, reagiert der Körper während des Trainings mit einer Insulinausschüttung, die den Muskeln, die ihn brauchen, mehr Zucker zuführt. Dies trägt dazu bei, Stress im Körper abzubauen und den Cortisolspiegel zu senken.

Jetzt

Krafttraining ermöglicht es uns außerdem, uns auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren und die bevorstehende Übung bewusst auszuführen. Indem wir im Hier und Jetzt sind, können wir andere Belastungen in unserem Leben ausblenden.

Verbesserte Schlafqualität

Krafttraining ist eine hervorragende Möglichkeit, unseren natürlichen Schlafrhythmus zu unterstützen und uns abends müder zu machen. Dadurch können wir tiefer schlafen und unseren Cortisolspiegel regulieren. Ein regelmäßigerer Schlafrhythmus fördert zudem einen tieferen Schlaf, was die Ausschüttung von Wachstumshormonen im Gehirn anregt und die Regeneration beschleunigt.

Eine Frau macht eine Pause zwischen den Sätzen mit der verstellbaren Kurzhantel PowerBlock Elite USA 90.

Stärkt Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl

Gewichtstraining verbessert drei Dinge in Bezug auf unser Selbstvertrauen und unser Selbstwertgefühl:

1. Erfolgserlebnis

Wenn wir mit Krafttraining beginnen, haben wir alle ein Ziel. Die Ziele sind individuell verschieden, aber ein positiver Nebeneffekt ist, stärker zu werden, selbst wenn das nicht das Hauptziel ist. Mit zunehmender Kraft baut man Muskeln auf. Diese Entwicklung von Kraft und Muskeln vermittelt uns ein starkes Erfolgserlebnis, weil wir dadurch besser aussehen.

2. Verbesserte Körperhaltung

Einer der größten Vorteile von Krafttraining ist die Stärkung von Muskeln, die wir im Alltag kaum beanspruchen. Dazu gehören beispielsweise die Muskeln des mittleren Rückens. Diese Muskeln sorgen dafür, dass unsere Schulterblätter in einer neutralen Position bleiben und unsere Wirbelsäule gerade ist. Durch diese Verbesserung erhalten wir eine natürlich stolze Brust und eine verbesserte Körperhaltung. Das steigert unser Selbstbewusstsein und trägt zu unserem Wohlbefinden bei.

3. Disziplin und Resilienz

Disziplin und Durchhaltevermögen sind die natürliche Folge der Motivation, die dich ursprünglich zum Training gebracht hat. Lässt die Motivation nach, übernimmt die Disziplin und hilft dir, dein Training durchzuziehen, selbst wenn du keine Lust dazu hast. Das so entwickelte Durchhaltevermögen hilft dir, auch die härtesten Trainingseinheiten zu meistern. Beides wirkt sich positiv auf deinen Alltag aus und gibt dir mehr Selbstvertrauen, um auch die schwierigsten Aufgaben zu bewältigen.

Wie Gewichtheben die Lebenserwartung verbessert

Neben der Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten trägt Krafttraining auch zu einer längeren Lebenserwartung bei. Diese längere Lebenserwartung umfasst eine bessere Herzgesundheit, eine Verringerung von Entzündungen und eine stärkere Knochenstruktur.

Herzgesundheit

Das Herz ist ein Muskel; aufgrund seiner Einzigartigkeit hat es eine eigene Muskelklassifizierung. Krafttraining trainiert nicht nur die Muskeln, sondern auch das Herz.

Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit

Regelmäßiges Krafttraining führt zu einem natürlichen Anstieg der Herzfrequenz. Dadurch benötigt der Körper mehr Sauerstoff, was zu einer tieferen Atmung führt. Mit der Zeit passt sich der Körper dieser Belastung an, sodass wir die eingeatmete Luft effizienter nutzen können. Diese Kontinuität und der damit verbundene Zeitaufwand können zu einer Senkung des Ruhepulses und des Blutdrucks führen.

Verbesserter Cholesterinspiegel

Beim Krafttraining verbrennt unser Körper überschüssige Energie, die wir zu uns genommen haben. Diese zusätzliche Energie kann den Cholesterinspiegel erhöhen, sowohl den des guten als auch des schlechten Cholesterins. Durch das Krafttraining und den damit verbundenen Energieabbau stabilisiert sich der Cholesterinspiegel wieder, wobei das schlechte Cholesterin sinkt und das gute Cholesterin steigt.

Erhöhte Insulinempfindlichkeit

Zucker ist eine der wichtigsten Energiequellen unserer Muskeln. Beim Krafttraining verbrauchen wir die Zuckerspeicher unserer Muskeln. Studien haben gezeigt, dass Krafttraining bei Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes den Blutzuckerspiegel senken und die Insulinsensitivität des Körpers erhöhen kann, sodass der Zucker besser verwertet werden kann. Diese positive Wirkung auf Typ-2-Diabetes verringert wiederum das Risiko für Herzerkrankungen.

Reduzierung der Entzündung

Ein weiterer Vorteil von Krafttraining ist die Reduzierung von Entzündungen . Obwohl Krafttraining selbst Entzündungen in den Muskeln hervorruft, produzieren diese auf natürliche Weise Myokine, Proteine, die Entzündungen hemmen. Besonders bemerkenswert ist, dass Myokine nicht nur Muskelentzündungen reduzieren, sondern im gesamten Körper wirken. Sie verringern Entzündungen durch Proteine, die Herzkrankheiten und andere Erkrankungen verursachen können, und regulieren unser Immunsystem.

Zunahme der Knochen- und Bindegewebsfestigkeit

Nicht nur die Muskeln werden durch Krafttraining stärker, sondern auch Knochen und Bindegewebe. Stärkere Knochen führen zu einer höheren Knochendichte, wodurch das Risiko von Osteoporose und Knochenbrüchen sinkt. Auch das Bindegewebe, das Muskeln mit Knochen und Knochen mit Knochen verbindet, wird mit zunehmender Kraft gestärkt. Dies wiederum verringert das Risiko von Gelenkverletzungen. Die insgesamt gesteigerte Körperkraft kann zudem das Gleichgewicht verbessern und Stürzen vorbeugen.

Pro 50 Kettlebell-Griff

Krafttraining für gesunde Gelenke und zur Vorbeugung von Verletzungen

Der letzte Punkt, den wir angesprochen haben, war, dass Krafttraining mehr bewirkt als nur Muskelaufbau. Wenn wir dies genauer betrachten, können wir unser Verständnis dafür vertiefen, wie Krafttraining die Gelenke schützt, die von den Muskeln geschützt werden.

Unterstützung der Gelenkstabilität

Wie bereits erwähnt, stärkt Krafttraining Muskeln und Bindegewebe. Wir haben zwei Arten von Bindegewebe: Sehnen, die Muskeln mit Knochen verbinden, und Bänder, die Knochen mit Knochen verbinden. Durch die gesteigerte Kraft werden unsere Gelenke stabiler und somit weniger belastet.

Kraft der kleinen Muskeln

Diese Kraft beschränkt sich nicht nur auf die großen, sichtbaren Muskeln. Nehmen wir zum Beispiel unseren Schultermuskel, den Deltamuskel. Je stärker der Deltamuskel wird, desto stärker werden auch die darunter liegenden Muskeln, was zu einer besseren Körperhaltung führt.

Vorbeugung von Gelenkverschleiß

Durch die Stärkung von Muskeln, Sehnen und Bändern werden unsere Gelenke kräftiger und widerstandsfähiger. Dies ist besonders wichtig für Menschen mit einem erhöhten Arthritisrisiko. So verlängern wir die Lebensdauer unserer Gelenke und verbessern unsere Beweglichkeit.

Verringertes Verletzungsrisiko

Stärkere Muskeln, Sehnen und Bänder verringern das Verletzungsrisiko. Denn Krafttraining hilft, muskuläre Dysbalancen auszugleichen, das Gewebe widerstandsfähiger zu machen und es besser auf plötzliche Bewegungen vorzubereiten.

Verringerung muskulärer Ungleichgewichte

Ein muskuläres Ungleichgewicht liegt vor, wenn ein Muskel auf einer Körperseite schwächer ist als der gleiche Muskel auf der anderen Seite. Dieses Ungleichgewicht kann dazu führen, dass der schwächere Muskel mehr leisten muss, um mit dem stärkeren mitzuhalten, was möglicherweise zu Verletzungen führt. Regelmäßiges Krafttraining kann dem vorbeugen. Die beste Lösung bei muskulären Ungleichgewichten sind unilaterale Übungen, also Übungen, die jeweils nur eine Muskelgruppe beanspruchen.

Behebung von muskulären Dysbalancen

Beim Schulterdrücken beispielsweise sollte man anstelle einer Langhantel oder einer Maschine, die beide Deltamuskeln gleichzeitig trainiert, eine Maschine, Kurzhanteln oder Kettlebells verwenden, mit denen man jeden Deltamuskel gleichmäßig trainieren kann, und aufhören, wenn die schwächere Seite an ihre Grenzen stößt.

Gewebeelastizität und plötzliche Bewegungen

Da unser Gewebe stärker wird, gewöhnt es sich an die Belastung durch das Krafttraining. Diese Belastung wiederum erleichtert die Regeneration – nicht nur nach dem Training selbst, sondern auch nach Zerrungen und Verletzungen. So können Sie schneller wieder in Ihren Alltag zurückkehren und trainieren. Verletzungen können aus den unterschiedlichsten Gründen entstehen: Stürze, Ausrutschen oder Stöße. Weil Ihre Muskeln und Ihr Bindegewebe stärker sind, ist Ihr Körper besser auf solche Situationen vorbereitet und hilft Ihnen, sich instinktiv abzufangen.

Krafttraining und bessere Schlafqualität

Krafttraining baut nicht nur Muskeln auf und steigert die Leistungsfähigkeit, sondern verbessert auch überraschenderweise die Schlafqualität. Gewichtheben kann auf natürliche Weise den Schlaf fördern, indem es tiefere Schlafzyklen unterstützt und Unruhe lindert – beides ist essenziell für die Regeneration, die geistige Klarheit und die allgemeine Gesundheit.

Fördert tiefere Schlafzyklen

Krafttraining kann die Schlafqualität und -dauer verbessern. Die körperliche Anstrengung beim Krafttraining trägt zur Regulierung des Energieniveaus bei und erleichtert so das Ein- und Durchschlafen. Zudem fördert es die Ausschüttung von Hormonen wie Wachstumshormon und Melatonin, die für die Schlafregulation unerlässlich sind. Regelmäßiges Krafttraining kann zu einem besseren Schlafrhythmus und einer schnelleren Regeneration führen.

Reduziert Unruhe und Schlaflosigkeit

Krafttraining reduziert nachweislich Angstsymptome und beruhigt das Nervensystem, wodurch das Ein- und Durchschlafen erleichtert wird . Es hilft dem Körper, vom Stressmodus in einen entspannteren Zustand zu wechseln. Krafttraining verbessert zudem die Schlafeffizienz, sodass Sie mehr Zeit im Bett schlafen. Für Menschen mit Schlafstörungen kann es eine wirksame, medikamentenfreie Methode sein, um einen besseren Schlafrhythmus wiederherzustellen.

Krafttraining für hormonelles Gleichgewicht

Krafttraining optimiert den Hormonspiegel und fördert so Wohlbefinden und Muskelaufbau. Im Gegensatz zu chronischem Stress oder übermäßigem Ausdauertraining, die hormonelle Ungleichgewichte verursachen können, trägt Widerstandstraining zu einem ausgeglichenen Hormonhaushalt und einer optimalen Körperfunktion bei.

Reguliert Testosteron und Wachstumshormon

Krafttraining steigert die Ausschüttung von Hormonen wie Testosteron und Wachstumshormon, was Muskelaufbau, Fettabbau und Gewebereparatur fördert. Diese Hormone wirken sich zudem positiv auf Knochendichte, Libido und Energieniveau aus. Komplexe Übungen mit mittleren bis hohen Gewichten sind besonders effektiv, um das hormonelle Gleichgewicht zu erhalten, insbesondere mit zunehmendem Alter.

Gleicht Cortisol und Adrenalin aus

Cortisol und Adrenalin sind zwar wichtig für kurzfristige Energieschübe und erhöhte Aufmerksamkeit, doch chronisch erhöhte Werte können zu Müdigkeit, Angstzuständen und sogar Gewichtszunahme führen. Krafttraining hilft, diese Stresshormone zu regulieren, indem es dem Körper beibringt, sich nach körperlicher Anstrengung effizient zu erholen. Es regt außerdem die Ausschüttung von Wohlfühlhormonen wie Endorphinen an, die dazu beitragen, den allgemeinen Stresspegel zu senken. Das Ergebnis ist eine widerstandsfähigere Stressreaktion und ein besseres Gleichgewicht zwischen Energie und Ruhe.

Gewichtheben dient nicht nur dazu, stärker zu werden oder fit auszusehen; es tut Körper und Geist gleichermaßen gut. Es stärkt das Herz, verbessert den Schlaf, hebt die Stimmung und sorgt dafür, dass man sich auch im Alter wohlfühlt. Egal, wer man ist: Krafttraining ist eine kluge Methode, gesund zu bleiben und sich jeden Tag rundum wohlzufühlen.